Mit mehr als 20 Interessierten besichtigte die BG Rüthen den All Electric Society Park der Firma Phoenix Contact in Blomberg. Phoenix Contact wurde 1923 gegründet und hat sich mit etwa 25.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu einem Unternehmen mit weltweiten Standorten entwickelt. In dem All Electric Society Zukunftspark werden interaktive Stationen vorgestellt und gezeigt, auf welch vielfältige Art und Weise erneuerbare Energie gewonnen, umgewandelt, gespeichert, verteilt und genutzt werden können und wie die einzelnen Bereiche zusammenarbeiten. Ziel des öffentlichen Outdoorparks, der 25 Millionen Euro Baukosten verursacht hat und seit 2023 kostenlos besucht werden kann, ist es, die Energiewende „erlebbar“ zu machen. Ein Mitarbeiter der Firma Phoenix Contact demonstrierte die innovativen Technologien vom Solartracker über den Windbaum bis zur Windgondel. Batteriespeicher aus Lithium- Eisenphosphat statt Kobalt und Nickel sind mittlerweile extrem brandsicher und refinanzieren sich sehr schnell wieder. Als dauerhafte „Konserve“ sind Batteriespeicher allerdings nur für einige Stunden bis Tage sinnvoll.

Begeistert waren die BG ler u.a. vom integrierten Eisspeicher. Mit 100.000 Litern Wasser und einem kalten Nahwärmenetz wird dort ungenutzte Energie thermisch eingefangen. Dank Wärmetauschern wird unter anderem die Abwärme der Ladesäulen im Elektromobilitätsbereich eingesetzt, um sie später zur Klimatisierung der angrenzenden Produktionshallen zu nutzen. Aber auch senkrechte Solarfassadenmodule werden in dem Park und der Firma zum Energielieferanten. Leider sind Fassaden vor allem bei Industriegebäuden eine noch sehr wenig entdeckte Energiequelle. Eine Agri PV Anlage, bei der Hopfen angebaut wurde sowie das „Innenleben“ von Schnellladestationen gehören neben vielen weiteren Highlights zum Park.

In der Führung wurde deutlich, dass die Kopplungen zwischen elektrischer und thermischer Energie ein Schlüssel für die Energiewende sein werden. Die wichtigste Erkenntnis war, dass die Energiewende schon heute realisiert werden kann, denn die Technologien und das Know-how dazu gibt es. Viele Länder, besonders die Nordeuropäer sind uns in der Umsetzung einiges voraus.

Bei uns in Deutschland drängt die Zeit, denn über 215.000 Unternehmensstandorte allein in Deutschland müssen in den nächsten 20 Jahren nach dem europäischen Gebäudeenergiegesetz CO ² neutral werden, um die Erderwärmung weiter einzudämmen. Gut zu erfahren, dass einige Unternehmen sich auf den Weg machen.